Homebutton
Zur therapeutischen Praxis
Seit Beginn der 80-iger Jahren hat sich in Deutschland durch Thea Bauriedl (München) das Konzept der Beziehungsanalyse entwickelt.
Es basiert auf weiterentwickelten Methoden der Psychoanalyse und knüpft zugleich an moderne, international etablierte relationale, bzw. intersubjektive Formen der Psychotherapie an. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Beziehung zwischen Therapeut und Patient und deren bewusste, aber vor allem deren unbewusste Interaktion.
Ein vertieftes Verständnis dieser Interaktion und deren Dynamik erzeugt zugleich eine veränderte Sicht auf die jeweiligen Symptome und Symptomfelder. In der beziehungsanalytischen Psychotherapie geht es nicht vorrangig um deren Beseitigung, sondern auch um die Erfassung des verborgenen „Sinns“ einer Symptomatik, ihrer Funktion und deren Einfluss auf die alltägliche Lebens- und Beziehungssituation des Patienten. Jeweilige Einschränkungen und Blockaden, die häufig mit Leid oder Verzweiflung erlebt werden, werden auch im Zusammenhang mit immanenten Veränderungswünschen und den (teilweise) gescheiterten Versuchen gesehen, sie zu bewältigen. Sowohl bei Familien-, aber auch in Paartherapien, in den Feldern von Pädagogik und Beratung, sowie in spezifischen Berufsgruppen hat sich die Beziehungsanalyse und die von ihr ausgelösten Veränderungsprozesse als hilfreich und heilsam erwiesen.

Literatur zu Intersubjektivität und Psychoanalyse: Thea Bauriedl: „Beziehungsanalyse“, Suhrkamp, 1980 „Psychoanalyse ohne Couch“, Urban&Schwarzenberg 1985 „Wege aus der Gewalt“, Herder, 1992

Altmeyer,M. und Thomä, H. „Die vernetzte Seele“ Klett-Cotta 2006